Städtebaulicher Ideenwettbewerb „Neue Mitte Thon“, Nürnberg

Projektinformationen

  • Kategorie

    Landschafts- und Stadtplanung

Neue Mitte Thon


Der Entwurf sieht eine städtebauliche Kante aus 4- bis 7-geschossigen Gebäuden entlang der Erlanger Straße vor, die zum einen den Straßenraum der Erlanger Straße begrenzt und den Blick leitet und zum anderen das dahinter liegende neue Stadtquartier vom Verkehrslärm abschirmt.

Den Auftakt bildet ein 12-geschossiger Turm als städtebaulicher Akzent, der den Eingang zum neuen Stadtquartier darstellt und an dessen Westseite sich der neue Stadtplatz befindet. In diesem Bereich werden die Wegebeziehungen aus dem neuen Quartier sowie die überörtlichen gebündelt.

Die nördliche Spange des Quartiers wird durch gewerbliche Bauten aus dem Bereich Einzelhandel, Dienstleistungen und Büronutzungen gebildet. Um den neuen Stadtplatz sollen publikumsaffine Nutzungen angesiedelt werden, die mit dem seitens der Stadt beabsichtigten Marktgeschehen zur Belebung und Nutzung des Platzes beitragen. Der Stadtplatz selber wird um ca. 1 m abgesenkt. Damit werden zum einen die Kanten des Platzes definiert, zum anderen wird eine Abschirmung gegen den Verkehrslärm von der Erlanger Straße erreicht.

In der mittleren Spange des neuen Quartiers sind im westlichen Bereich Dienstleistungsbetriebe und sonstige nicht störende Gewerbebetriebe vorgesehen, die auch Rücksicht auf das westlich angrenzende Wohngebiet nehmen müssen.

Die südliche Spange wird durch neue Wohnnutzungen, die Kita und, im Osten, Misch- und Gewerbenutzungen gebildet.
Die öffentliche Freifläche, deren Größe sich aufgrund der 112 Wohneinheiten ergibt, liegt zwischen dem neuen Quartier und den Kleingärten und besetzt einen ganzen Block. An diesem Quartierspark befindet sich die Kindertagesstätte mit ihren Freiflächen. Mit der Situierung der Freifläche an dieser Stelle können Teile des geschützten Biotops und des Baumbestandes erhalten werden.

Der Bereich der Wohnnutzung ist in vier Blöcke untergliedert, wobei drei davon mit 3- bis 4-geschossigem Wohnungsbau besetzt werden und ein Block mit einer Reihenhausbebauung.

An die beschriebene Wohnnutzung grenzt ein Block mit Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe (Büro) an.

Im Süden wird die Fläche für den möglichen Haltepunkt der Ringbahn freigehalten. Auch dieser Bereich wird definiert durch den Gebäuderiegel entlang der Erlanger Straße, der in diesem Bereich einen 7- geschossigen Kopfbau ausbildet.
Die Erschließung des Gebiets für den motorisierten Individualverkehr greift hauptsächlich auf die bestehenden Strukturen zurück, im Wohngebiet ist eine Blockranderschließung vorgesehen. Der Stadtplatz wird durch die Straße südlich des Platzes erschlossen, so dass hier keine Konflikte mit dem Kreuzungsbereich Forchheimer Straße / Erlanger Straße zu erwarten sind. Der ruhende Verkehr wird zum großen Teil in Tiefgaragen untergebracht.

Der neue Stadtplatz präsentiert sich als steinerner Platz, zu dem sich die umliegenden Gebäude öffnen. Der Platz wird von der Erlanger Straße abgerückt, dennoch in Richtung der Kreuzung geöffnet. Somit wird eine zentrale Lage mit Abschottung vom Verkehrslärm erzielt. Zusätzlich erfolgt eine Absenkung des Platzes um ca. 1 m gegenüber dem Straßenniveau.
Der Höhenversatz wird im Nordosten, im Bereich zum Übergang über die Erlanger Straße und zur Straßenbahnhaltestelle, mit einer großen Treppe überwunden. Auf dem oberen Niveau entsteht eine kleine Platzsituation: von hier wird der Büroturm erschlossen. Die Lobby orientiert sich zur Erlanger Straße hin. Der nördliche Platzrand wird durch eine Baumreihe aus Amberbäumen auf dem oberen Niveau begrenzt, unter den Bäumen laden Bänke zum Verweilen ein. Südlich davon befindet sich eine Rampe, die die barrierefreie Erschließung des Platzes ermöglicht.
Die südliche Platzkante wird durch 2 m tiefe Sitzstufen gebildet, die zum Teil begrünt werden. Die Rampe, die den Platz für Lieferfahrzeuge und Marktbeschicker erschließt, unterteilt diesen Bereich. In der Platzmitte wird durch einen Belagswechsel eine Fläche definiert, die für den Wochenmarktbetrieb dienen soll.
Um eine vielfältige Nutzung des Platzes zu ermöglichen und so den Platz als neue Fläche in der Stadt zu verankern und zum Beispiel den Hauptmarkt zu entlasten, wird auf eine feste Ausstattung des Platzes verzichtet und stattdessen mit mobilen Elementen gearbeitet. Feste Sitzelemente befinden sich unter den Straßenbäumen im Norden und auf den Sitzstufen im Süden des Platzes. So ist der Platz auch geeignet, einige „Großveranstaltungen“ aufzunehmen, wie zum Beispiel gewisse Sportveranstaltungen (Beach-Volleyball-Turnier) und so die Innenstadt zu entlasten.
Hierzu passt auch das Beleuchtungskonzept, das auf eine indirekte Beleuchtung setzt, aber auch die Sitzstufen und die Platzkante im Norden einbezieht. Für die Ergeschossnutzung des Gebäudes am westlichen Rand des Stadtplatzes sind kleinteilige Nutzungen vorgesehen, wie Bäckerei, Apotheke und Frisör, die auch durch das bereits bestehende Wohngebiet westlich des
Plangebiets genutzt werden können und deutlich zur Belebung des Stadtplatzes beitragen. Ein größeres Einzelhandelschäft, z.B. ein Lebensmittelvollsortimenter, ist im Block westlich der Platzrandbebauung vorgesehen und wird aufgrund der kurzen fußläufigen Entfernung auch mit dem Stadtplatz in Verbindung treten. Durch den Eingang an der Forchheimer Straße und damit zentraler Lage zwischen den Haltestellen und den neuen und bestehenden Wohngebieten werden kurze Wege für die Laufkundschaft ermöglicht. Durch einen möglichst hohen Anteil an begrünten Dächern und Versickerungsflächen kann die Regenwasserbewirtschaftung dezentral im Quartier erfolgen und ein positiven Beitrag zum Mikroklima geleistet werden.