Blüh-/Wildblumenwiesen

Projektinformationen

  • Kategorie

    Gebäude- und Freiflächenmanagement

  • Auftraggeber

    Siedlungswerk Nürnberg

„Ordentlich aufgeräumt und pflegeleicht.“ Dieses Credo fand viele Jahre Anwendung in der Grünflächenpflege. Die Folge davon war eine stetige Reduzierung der Artenvielfalt und eine unbedachte Schädigung vieler Lebensräume.

Um dem entgegenzuwirken, gibt es eine einfache und kostengünstige Lösung, die zusätzlich alle Sinne anregt – die Blüh- oder Wildblumenwiese.
Diese Form der Grünflächengestaltung bietet viele Vorteile, da sie für jedes Budget und auch Hobbygärtner einfach umzusetzen ist. Sie eignet sich besonders für magere Böden, sonnige und trockene Standorte und ist deutlich weniger pflegeintensiv wie ein Rasen oder Stauden-Beet. Es gibt inzwischen für jede Region und Bodentyp die passende Saatgutmischung, so dass man leicht die richtige Grundlage für sein eigenes blühendes Biotop findet.

Gerade wenn Böden sehr sandig oder kalkhaltig und nährstoffarm sind, wie z.B. in der Region Mittelfranken typisch, lassen sich Blühwiesen hervorragend in die Grünflächengestaltung mit einbinden und es kann auf Düngen, ständiges Unkrautjäten und Wässern auf Dauer verzichtet werden. Je nährstoffarmer und sonniger der Standort ist, desto blütenreicher entwickelt sich die Wiese.

Lediglich die vorbereitenden Maßnahmen und das erste Jahr nach der Aussaat bedürfen einer „intensiveren“ Betreuung, damit die Ansaat austreiben kann und nicht von Unkraut verdrängt wird. Danach allerdings kann man die Wiese im wahrsten Sinne des Wortes der Natur überlassen und muss nur selten eingreifen.
Die Vorteile für Natur und Mensch erkannte auch das Siedlungswerk Nürnberg und begann 2020 die erste Blühwiese auf Ihrem Gelände Heinrichstraße / Blücherstraße von Grosser-Seeger & Partner anlegen zu lassen.

Hierfür wurde ein geeigneter Standort ausgesucht. Der dort bisher wachsende Rasen und das Unkraut wurde entfernt und der Boden abgemagert, indem man ihn mit Sand versetzt hat. Anschließend wurde der Boden gefräst, bevor die Saat ausgebracht werden konnte. Das Saatgut wurde mit einer Bodenwalze angedrückt und das Areal deutlich gekennzeichnet. Die Anwohner waren natürlich im Vorfeld über die Maßnahme informiert worden. In den ersten drei Wochen musste die Fläche regelmäßig gewässert werden, bis die Samen ausgetrieben hatten. Nach 6-8 Wochen erfolgte der erste Schröpfschnitt, der bei Bedarf wiederholt werden muss. Wichtig ist, dass der Schnitt nicht zu kurz ausfällt und dass das Mähgut abgetragen wird.
In den Folgejahren braucht es jeweils nur noch ein- bis zwei Pflegeschnitte. Auf dass sich Menschen und Insekten freuen!